Heute folgt die Landwirtschaft und das Ernährungssystem weltweit weitestgehend der kapitalistischen Logik: Ziel ist nicht die Ernährung aller Menschen und nachhaltige Fruchtbarkeit unserer Ackerböden. Ziel ist die Maximierung des Profits. Und das auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt mit verehrenden Folgen fürs Klima. Unsere Vision ist eine Andere: Anstelle von Profitmaximierung soll Landwirtschaft wieder die gesunde Ernährung zum Zweck haben. Soziale Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung müssen dafür weltweit verbunden werden. Und das geht nur, wenn wir Landwirtschaft jenseits von Kapitalismus und Ausbeutung denken und organisieren.
Historisch und aktuell gibt es viele inspirierende und richtungsweisende Projekte und Ansätze. Egal ob Kleinbäuer*innen, solidarische Landwirtschaftsprojekte, Landkooperativen oder Genossenschaften, Humusaufbau, Permakultur, alternative Düngungskonzepte, Schließung von Stoffkreisläufen oder Anpassung an klimawandelbedingte Trockenheit – viele Ansätze zeigen auf: Eine gerechte Landwirtschaft ist möglich.

Wie aktiv werden?
In 2025 gibt es von Disrupt gleich zwei Schwerpunkte zum Thema Landwirtschaft.
Radtour: Landwirtschaft in Bewegung
Vom 7. bis 23. Mai werden wir eine Radtour quer durch Deutschland machen. Bei dieser Tour sind alle eingeladen, nachhaltig effektive und damit zukunftsgerichtete Ansätze von Landwirtschaft kennen zu lernen. Egal ob du nur an einem Ort dazu kommst, einen Tag mitfährst oder die ganze Zeit: Sei dabei.
Aktion zur COP 30
Während der Klimakonferenz COP 30, die dieses Jahr in Brasilien stattfinden wird, werden wir eine Aktion beim größten Sojaimporthafen Deutschlands in Brake (nähe Bremen) machen und zeigen: Gute und gesunde Ernährung für alle gibt es nur jenseits des Kapitalismus.
Hast du Lust, die Proteste mit deiner eigenen Aktion zu supporten? Gib uns Bescheid!
Vision einer zukunftsgerichteten Landwirtschaft
Die Landwirtschaft ist heute ein durchkapitalisiertes Ernährungssystem. Ziel dieses Systems ist es nicht, dass alle satt werden. In diesem Ernährungssystem generieren Konzerne Profite auf Kosten von Mensch und Umwelt. Mit dieser hochindustriellen Landwirtschaft verfeuern die Konzerne das Klima und damit die Zukunft: Für die industrielle Milch und Fleischproduktion in Europa wird massenhaft Soja eingeschifft, z.B. aus Brasilien. Dort wird für den Sojaanbau Regenwald abgeholzt, mit direkten Folgen fürs Klima. Zusätzlich führen große Mastanlagen zu Überdüngung. Der Anbau von Lebens- und Futtermitteln in Monokulturen zerstören die Böden und verringern die Biodiversität. Unsere Meere werden systematisch leergefischt. Genverändertes Saatgut verfestigt die schon bestehenden Abhängigkeiten. Das alles sind keine Fehler sondern klare Absicht des kapitalistischen Systems. Landwirtschaft ist für den Kapitalismus auch einfach nur ein Markt, der nach Profitlogik funktioniert. Nicht nach einer Logik die bedenkt wie wir als Menschen möglichst gut zusammenleben.
Dieses profitorientiertes Ernährungssystem raubt den Menschen weltweit und insbesondere im globalen Süden ihre Lebensgrundlagen und zerstört Böden und Gewässer. Sinnbildlich steht der Futtermittelhafen Brake (nahe Bremen) für diese ausbeuterische und umweltzerstörerische Agrarindustrie in Deutschland. Denn er ist der größte seiner Art in Deutschland und wieder wird Raubbau an der Natur betrieben, einzig allein um die Profite der für Sojaimporte verantwortlichen Konzerne noch zu steigern.
Wir brauchen ein Ernährungssystem und eine Landwirtschaft, die soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit auf lokaler sowie globaler Ebene fördern.
Ziel der Landwirtschaft soll eine gesunde Ernährung aller sein. Dafür braucht es nachhaltige und gerechte Ansätze: Kleinbäuerliche Strukturen, solidarische Landwirtschaften, Kooperativen und Genossenschaften, von denen wir noch viel in dieser Hinsicht lernen können. Dafür braucht es eine tiefgreifende Transformation weg von der profitmaximierung der Landwirtschaft hin zu einem gerechten Ernährungssystem.
Wir fordern ein radikales Ende für dieses kapitalistische Ernährungssystem. Landwirtschaft soll nicht die Umwelt ausbeuten um immer mehr Profit zu generieren. Wir wollen und brauchen eine Landwirtschaft die uns alle nachhaltig ernährt. Und das Gute daran: Die Geschichte der Landwirtschaft ist voll von Wissen und Inspiration. Und auch heute gibt es visionäre Landwirt*innen und Projekte. Sie fokussieren sich auf die nachhaltige Bewirtschaftung und gesunde Ernährung. Und probieren dabei Forme aus, jenseits vom kapitalistischen Ausbeutungszwangs. Diese Ansätze wollen wir unterstützen und bekannt machen.
Für 2025 planen wir zuerst eine dynamische Radtour, die zu einem Netzwerk aus Protest und Alternativen wird. Auf unserer Route besuchen wir die Brennpunkte der Zerstörung, die durch die industrielle Landwirtschaft, Futtermittelimporte und die Tierindustrie verursacht wurden. Und wir steuern inspirierende Beispiele an: Gelebte Utopien für eine nachhaltige und gerechte Zukunft. An jedem Halt wollen wir uns vernetzen, Menschen mobilisieren und Erfahrungen austauschen. Enden wird die Radtour auf dem Vernetzungscamp in Brake vom 23.-25. Mai. Und genau hier, beim größten Futtermittelimporthafen Deutschlands, werden wir im November, parallel zur Klimakonferenz in Brasilien, ein Protestcamp organisieren.
Gemeinsam setzen wir uns für eine Agrarwende und ein gerechtes Morgen ein. Mach bei uns mit!