{"id":558,"date":"2024-02-03T15:12:00","date_gmt":"2024-02-03T15:12:00","guid":{"rendered":"https:\/\/disrupt-now.org\/?p=558"},"modified":"2024-11-29T15:41:31","modified_gmt":"2024-11-29T15:41:31","slug":"disrupt-sehring-aktivistinnen-sabotieren-umstrittene-kiesfirma-am-langener-bannwald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/disrupt-now.org\/en\/disrupt-sehring-aktivistinnen-sabotieren-umstrittene-kiesfirma-am-langener-bannwald\/","title":{"rendered":"Disrupt Sehring: Aktivist:innen sabotieren umstrittene Kiesfirma am Langener Bannwald"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Climate activists sabotage gravel plant in Langen, Frankfurt\" width=\"1290\" height=\"726\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/UnCQtV8o5ic?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Vergangenen Samstag, den 3.2.24, haben dutzende Klimaaktivist*innen das Kieswerk bei Langen nahe Frankfurt sabotiert. Mit ihrer Aktion stellen sie sich der anhaltenden Klimazerst\u00f6rung des Betreibers Sehring aktiv entgegen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Bau- und Geb\u00e4udebranche verursacht 38 % aller weltweiten Treibhausgasemissionen, insbesondere durch den klimasch\u00e4dlichen Baustoff Beton. Damit ist der in Langen abgebaute Kies als Hauptbestandteil von Beton der Antreiber einer Bauindustrie ohne Ma\u00df und ohne soziales oder \u00f6kologisches Gewissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei ihrer Aktion verschafften sich die Aktivist*innen Zugang zum Gel\u00e4nde, schnitten die F\u00f6rderb\u00e4nder durch und besch\u00e4digten einige Maschinen. Lisa M\u00fcller erkl\u00e4rt dazu: \u201eWir m\u00fcssen der \u00f6kologischen und sozialen Zerst\u00f6rung der Bauindustrie schnell und wirksam dort begegnen, wo sie passiert. Das bedeutet f\u00fcr uns die profitorientierte Produktion direkt zu sabotieren. Denn diese treibt nicht nur die Klimakrise mit dem dreckigen Baustoff Beton unaufhaltsam weiter an. Sie sorgt durch Abriss statt Sarnierung und Bau von Bonzenwohnungen f\u00fcr Verdr\u00e4ngung und menschenfeindliche, zubetonierte St\u00e4dte.\u201c Beispielsweise entstehen deutschlandweit j\u00e4hrlich 200 Millionen Tonnen Bauabf\u00e4lle bei Abriss und Aushub \u2013 das entspricht der H\u00e4lfte des deutschen M\u00fcllaufkommens. Gleichzeitig werden in Deutschland jedes Jahr 517 Millionen Tonnen an Rohstoffen wie Kalk, Kies und Sand neu verbaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Unternehmen Sehring sticht au\u00dferdem in eine alte Wunde in Frankfurt und Region: Als Hauptzulieferer f\u00fcr den Neubau des Flughafenterminals 3 befeuert Sehring den langj\u00e4hrigen Konflikt um L\u00e4rmschutz, Luftverschmutzung und Waldzerst\u00f6rung rund um den Frankfurter Flughafen. \u00d6zge Cidem dazu: \u201eSehring macht Zerst\u00f6rung aus \u201eTradition\u201c und ist seit 1968 am Flughafenausbau beteiligt. Menschen vor Ort sind Sehring dabei genauso egal wie die Natur: F\u00fcr den Kiesabbau wurden bisher 30,2 Hektar Wald gerodet, fast genauso viel soll noch zerst\u00f6rt werden. Und das, w\u00e4hrend z.B. im Frankfurter Stadtwald 98,5 % aller B\u00e4ume krank sind.\u201c Auch Recherchen des BUND zeigen: Zerst\u00f6rung zieht sich als rote Linie durch die Unternehmenspolitik. Laut BUND erf\u00fcllt Sehring die Wiederaufforstungs-Auflagen nicht und tr\u00e4gt damit aktiv zum Verlust des Waldes und der Biodiversit\u00e4t bei.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>F\u00fcr uns ist klar: Wir m\u00fcssen es selber machen. Wir zerst\u00f6ren was uns zerst\u00f6rt und wir bauen auf, was uns aufbaut.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Am Flughafen Frankfurt zeigt sich auch die Kurzsichtigkeit und Menschenfeindlichkeit von Bauindustrie und profitorientierter Wirtschaft: Terminal 3 soll das alte Terminal 1 abl\u00f6sen, um weiter als Schaltstelle einer \u00dcberflussproduktion globaler Lieferkette und wichtiger Abschiebeflughafen dienen zu k\u00f6nnen. Die Klimaaktivist*innen betonen, dass es ein radikales Umdenken in der Baubranche, Wirtschaft und Politik braucht. Kim Gr\u00fcnholt sagt dazu: \u201eUnsere Aktion reiht sich ein in die Proteste gegen die Startbahn West, den Widerstand in L\u00fctzerath und K\u00e4mpfe von Aktivist*innen auf der ganzen Welt f\u00fcr ein gutes Leben f\u00fcr alle. Deshalb leisten wir Widerstand gegen die industriellen Prozesse und die Politik, die uns die Misere aus \u00f6kologischer und sozialer Krise erst gebracht haben. Wir wissen, dass eine andere Art des Zusammenlebens m\u00f6glich ist. F\u00fcr uns ist klar: Wir m\u00fcssen es selber machen. Wir zerst\u00f6ren was uns zerst\u00f6rt und wir bauen auf, was uns aufbaut.\u201c<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Lokale Umweltinitativen protestieren schon seit Jahren gegen das Kieswerk, dass sich st\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck durch den gesch\u00fctzten Langener Bannwald frisst. Mehr dazu auf der Protestseite <a href=\"https:\/\/wald-statt-asphalt.net\/bannwald-langen\/\">Wald statt Kies: Rettet den Langener Bannwald!<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/wald-statt-asphalt.net\/disrupt-sehring\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Der Beitrag wurde zuerst bei Wald statt Asphalt ver\u00f6ffentlicht.<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vergangenen Samstag, den 3.2.24, haben dutzende Klimaaktivist*innen das Kieswerk bei Langen nahe Frankfurt sabotiert. 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